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Mittwoch, 17. April 2013

Pulau Mantanani, Sabah, Borneo, Malaysia

Nach unserer ersten Nacht in KK Sind wir am nächsten Morgen abgeholt worden, um nach Mantanani Island zu fahren, wo wir ein Overnight Tauch/Schnorchel-Package gebucht hatten.

Pulau Mantanani - a tropical Paradise

Auch für Kühe
Um dorthin zu kommen fährt man erstmal anderthalb Stunden mit dem Auto in Richtung Norden und ab dort nochmal 'ne gute Stunde mit dem Schnellboot auf's offene Meer raus, denn Mantanani liegt 25km vor der Küste. Der Transfer war in Ordnung, bis das Tropengewitter losging - das Boot war nämlich (außer nach oben) rundrum offen und wir kamen alle total durchnässt an. Das ist ja soweit erstmal nicht schlimm, da geht man halt auf's Zimmer, zieht sich um und gut ist's... Nicht jedoch auf Mantanani, wo man erst ab 16:00h sein Zimmer beziehen kann, bei unserer Ankunft waren nämlich noch die Leute vom Vortag drin :-)

Also hingen wir nass am Strand rum und warteten auf unseren ersten Tauchgang bzw. Schnorcheltrip. Irgendwann ging es dann los, auf dem Boot wurde mir eine mehr schlecht als recht passende Tauchausrüstung zusammengeschustert und wir tauchten ab...

Denkste! Mein Atemregler versorgte mich nämlich mit Wasser statt mit Luft! Kurzer Reparaturversuch an der Wasseroberfläche durch den Guide - aber Pustekuchen... Wieder nur Wasser! Also zurück auf's Boot, Gerödel mit anderem Atemregler neu zusammenbauen und nächster Versuch... Klappt alles, TG war ok - nach den Startschwierigkeiten... Und der Nachmittags-TG auch...

Michi war währenddessen Schnorcheln und sah sich mit dem Phänomen konfrontiert, das unter den vielen chinesischen Gästen anscheinend viele waren, die garnicht schwimmen konnten und mit Schwimmweste und Taucherbrille auf den Korallen rumliefen. So kann man das natürlich als Veranstalter auch betreiben, nur irgendwann hat man dann keine Korallen mehr, die man Schnorchlern jedweder Schnorchelfähigkeit verkaufen kann :-(

Mittagessen war ok, nur nicht genug auf dem Buffet, da ich ja ob der oben erwähnten Probleme mit etwas Verspätung zurückkam, hab ich nicht mal mehr 'ne Cola zum Essen gekriegt... Und wer jemals behauptet hat, 'die Deutschen' könnten sich am Buffet nicht benehmen, der war noch nie an einem, an dem sich zu 90% chinesische Esser schadlos halten. Ich wusste nicht, wieviel man auf einen Teller stapeln kann.

Die Unterkunft: Einfach, aber sauber. Also eigentlich eher sehr einfach. Vor allem das Bad. Da im Vorfeld nirgends etwas anderes erwähnt wurde, sind wir davon ausgegangen, eine Dusche zu haben. War auch so ähnlich, leider war die Dusche ein 'Bucket Shower', wo man sich im Hocken mit einem Eimer Wasser überschüttet, was für westliche Gäste nicht unbedingt normal ist. Sollte man vielleicht einfach vor dem Buchen wissen, dann kann man sich überlegen, ob man sowas möchte oder lieber doch nicht...

Abends dann das selbe wie Mittags, das Essen war für 19:30h angesetzt, ging aber schon um 19:15h los. Wir kamen also erst 10 Minuten nach der Buffet-Eröffnung und durften noch die Reste auskratzen... Man muss lernen, dass man schneller sein muss, als die chinesischen Mit-Esser. Scheiß auf's Image!

Zur Insel selber: Wunderschön! Wenn da nur nicht der viele Dreck wäre. Wir hatten Mühe, schöne Fotos zu machen und dabei den ganzen Müll auszublenden. Abends waren wir zum Sonnenuntergang in einem der von Locals bewohnten Dörfer auf der Rückseite - meine Herren! Von Umweltschutz oder gar Recycling scheinen die dort ja noch nie gehört zu haben. Da sieht's aus, als würden die Ihren Müll einfach ins Meer verklappen. Und dann baden die da auch noch drin! Es ist echt eine Schande, wie die Menschen dort ihre eigene Umwelt zumüllen - aber vielleicht fehlt es ja auch einfach an Alternativen? Vielleicht gibt es kein 'Müllabfuhr-Boot', das den Müll abholt und zur ordnungsgemäßen Entsorgung nach Borneo bringt?
Der Sonnenuntergang war den Spaziergang jedenfalls wert!

Traurig, aber wahr! So sieht's am Strand des Dorfes aus...

Die Umweltverschmutzer von morgen?

Den Sonnenuntergang kann zum Glück niemand verschmutzen...

Am nächsten Morgen sollte es nach dem Frühstück (Michi wollte ausschlafen und ich war etwas spät dran undsoweiter...) zum letzten TG meines Packages gehen, die Abfahrt wurde aber wegen eines kaputten Bootes auf 11:00h verschoben. Ich hätte also auch ausschlafen können, ein komplettes Frühstück hatte ich ja eh nicht mehr bekommen, weil ich 10 Minuten zu spät war...

Am Tauchplatz angekommen, habe ich übrigens (diesmal noch im Boot und nicht erst beim Abtauchen) festgestellt, das bei meinem Atemregler ständig die Luftdusche losgeht und der Octopus abbläst - warum konnten die mir nicht einfach wieder den geben, den ich am Vortag hatte? Beim BCD beim Bleigurt ging es doch auch... Also wieder umbauen und los ging's, zum besten der drei Tauchgänge. Ob der vielen Probleme, die ich mit der Leih-Ausrüstung hatte, hat mein Guide nämlich beschlossen, die Tauchzeitbegrenzung auf 45 Minuten zu ignorieren und mich tauchen zu lassen, bis die Pulle leer war. Und das war gut so, denn während der Minuten 50 bis 60 haben wir nochmal 4 riesige Stachelrochen gesehen die mir ja sonst definitiv entgangen wären :-)

Michi war solange wieder mit den Korallenläufern schnorcheln.

Und dann doch wieder Paradies, irgendwie zumindest...

Danach war dann "Free & Easy"-Zeit und ich konnte machen, was ich am liebsten mache - nämlich nüscht... Ein bißchen in der Hängematte rumlungern, zur Abkühlung nochmal in die türkisfarbene Lagune hopsen (Das 'Hopsen' ist ernst gemeint, ich hab 'ne Arschbombe vom Jetty gemacht - bei Niedrigwasser, ging gerade nochmal gut...), packen und dann ging's irgendwann wieder rüber auf's Festland - oder auf die 'richtige' Insel, Borneo ist ja schließlich kein Festland, sondern nur die drittgrößte Insel der Erde...

War alles in allem aber doch ein cooler Trip mit leider ein paar zu vielen 'Hick-ups', deshalb nicht wirklich empfehlenswert. Oder doch, irgendwie schon. Man sollte halt vorher wissen, was einen erwartet, das macht es dann einfacher. Ich habe jedenfalls eine ausfhrliche E-Mail an den Veranstalter geschrieben, Missstände aufgezeigt, einen netten Refund bekommen - und das Versprechen, dass man versuchen wird einiges besser zu machen...

Dienstag, 9. April 2013

Kota Kinabalu, Sabah, Borneo, Malaysia

Machen wir es kurz: Kota Kinabalu ist ein Dreckloch. Es ist laut, hässlich, dreckig. Und stinkt. Ich habe mich bemüht, hier etwas Schönes zu sehen, aber es gibt nichts. Nichts Altes, nichts Gewachsenes und auch nichts Schönes. Ich habe hier nicht mal Fotos gemacht. Die Stadt ist vollgeknallt mit Bausünden, riesigen Betonklötzen, in denen sich zu 80% (geschätzt) Shopping Malls befinden. Die Hafenpromenade ist total zugebaut und im Wasser schwimmt jede Menge Müll. Die Taxifahrer versuchen einen abzuziehen, wo sie nur können. Und regnen tut's auch dauernd - ok, hier fange ich an ungerecht zu werden, da kann KK ja schließlich nichts dafür...

Wir wollten ursprünglich nur ganz kurz hier sein, nachmittags ankommen, am nächsten Morgen nach Pulau Mantanani zu unserem Overnight Tauch- und Schnorchel-Trip fahren, am Tag drauf abends zurückkommen und am nächsten Morgen nach Sandakan weiterfliegen. Also einen Nachmittag, zwei Abende und einen Vormittag in KK verbringen. Und das wäre auch genug gewesen. Aber durch unsere Umbucherei haben wir dann noch 2 Nächte drangehängt, bevor wir morgen früh nach Kuching weiterfliegen, was wir anstelle von Sandakan noch eingebaut haben.

Unser Hotel, das wir gebucht hatten, war so schlecht, dass wir dort nur eine Nacht geblieben sind und uns für die drei Nächte nach unserem Insel-Ausflug ein anderes, nur unwesentlich teureres, aber doch wesentlich angenehmeres Hotel gesucht haben. Die ersten beiden Zimmer, die man uns angeboten hat, haben so gestunken, dass wir sie nicht haben wollten. Das Dritte ging dann - grad so...

Unser schönes neues Zimmer im The Klagan Hotel (Copyright The Klagan)
Die einzigen Lichtblicke hier waren die vielen Märkte, wo man schön die Auslagen (in erster Linie Fisch und Gemüse) fotografieren konnte und die kleinen Restaurants, wo die Locals essen und wo man für richtig kleines Geld authentische, sabahische Gerichte essen kann.

Frischer geht es nicht und fast alles kostet 2 Ringgit das Kilo, das sind 50 €-Cent
Ganz frische Tunfisch-Steaks
Seetang, eine lokale Spezialität
Schalentiere aller Art (kosten allerdings mehr als Fisch und Seetang)

Der 'Filipino Market' - empfohlen von Lonely Planet als der beste Markt in Südostasien, man wählt seinen Fisch und bekommt dazu Reis, Chillisauce  und ein Handwaschbecken (und wenn man will noch Besteck, aber eigentlich wird mit den Fingern gegessen). Ein Teller Roher Fischsalat (Hinava) kostet 2, ein Tuna Steak 10 Ringgit
Und die Sonnenuntergänge sind auch toll, wenn es nicht immer ab spätestens nachmittags anfangen würde zu regnen...
Vom Hotel im 10. Stock aus fotografiert (und Klein-Michi hat Höhenangst!)
Auch schön ist die Möglichkeit innerhalb von ein paar Minuten auf eine der vorgelagerten Inseln im Tunku Abdul Rahman Nationalpark fahren zu können, was wir heute gemacht haben.

Mit einem Schnellboot sind es nur 12 Minuten zur Insel, die Boote
fahren aber erst ab, wenn mindestens acht Leute drinsitzen
Wir waren auf Pulau Manukan und wollten dort den gut anderthalb Kilometer langen Jungle Treck laufen, haben allerdings nach ca 300 Metern aufgrund der unglücklichen Kombination von heftiger Steigung und falschem Schuhwerk (Flip-Flops) umgedreht und sind stattdessen über den deutlich einfacher zu laufenden Jogging Treck bis zum Sunset Point am Westende der Insel gelaufen. Und nachdem wir dort heute zwei Bindenwarane sowie einen Palmendieb gesehen haben, geht auch der Wildlife-Faktor gegenüber unseren bisherigen Reiseländern langsam nach oben.
Nicht ganz ein Waran, aber auch Wildlife
Palmendieb
Danach waren wir noch ein bisschen im Meer, was man in KK ja auch nicht so einfach machen kann, und insgesamt war es ein schöner Ausflug.

Falls Ihr also jemals nach KK kommen solltet, geht raus auf die Inseln, übernachtet dort, sucht Euch Resort Hotels außerhalb - aber plant auf keinen Fall zu viel Zeit für diese Stadt ein. Es lohnt sich nicht.

Donnerstag, 4. April 2013

Landesspezifische Sicherheitshinweise

"Es besteht ein erhöhtes Sicherheitsrisiko in den östlichen Bezirken des ostmalaysischen, auf Borneo gelegenen Bundesstaats Sabah. Das Gebiet wurde durch die malaysische Regierung zur Sicherheitszone ("Eastern Sabah Safety Zone") erklärt. Die Sicherheitszone umfasst auch die Ortschaft Sandakan. Aufgrund der unübersichtlichen Lage und einer nicht auszuschließenden Gefährdung von Touristen wird bis auf weiteres von nicht notwendigen Reisen in die o. g. Gebiete abgeraten."

So steht es seit letzter Woche auf der Webseite des Auswärtigen Amtes. Der Hintergrund hierfür ist, dass im Rahmen eines Streites um Land auf Borneo sowie einige vorgelagerte Inseln zwischen Malaysia und den Philippinen philippinische Truppen Anfang März in Sabah gelandet sind und es dort militärische Auseinandersetzungen mit Toten gab. Die malaysische Regierung schließt auch Übergriffe auf Touristen seitens der Phillipinos nicht aus.

Anders als beim Erdbeben in Taiwan letzte Woche haben wir uns diesmal entschlossen unsere Reise umzubuchen.

Leider ist es bis jetzt nur ein "Sicherheitshinweis" des AA und noch keine offizielle "Reisewarnung", was für uns bedeutet, dass wir auf den Kosten unserer Flüge von Kota Kinabalu nach Sandakan und von dort weiter nach Kuala Lumpur sitzen bleiben werden. Air Asia sagt nämlich "Solange wir nach Flugplan dorthin fliegen sind weder Umbuchungen noch Stornierungen möglich". Und Reiseversicherungen greifen erst ab der offiziellen Reisewarnung. Schade.

Wahrscheinlich wird es in Sandakan ruhig bleiben und es werden auch keine Touristen entführt werden, aber da uns unsere Leben mehr als ein paar Dollar wert sind, werden wir nun stattdessen nach Kuching fliegen und uns statt der Orang Utans von Sepilok die von Sarawak anschauen. Sicher ist sicher.